Unser Glaube

Unser Glaube gründet sich auf das lebendige Wort Gottes, die Bibel.

„Was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ (1. Johannes 1:3).

Nachfolgend haben wir zentrale Aussagen über Gottes Plan und Willen mit uns Menschen festgehalten, wie ihn uns die Bibel zeigt (zunächst in Kurzfassung, danach ausführlicher).

Kurzfassung (Lesezeit 1 Minute):

Ohne Hoffnung, ohne Gott – Von Natur aus sind wir sind Sünder und unsere Beziehung zu Gott ist unterbrochen. Wir brauchen Rettung vom Gericht Gottes und Wiederherstellung der Gemeinschaft mit ihm.

Gottes Liebe und Errettung in Jesus Christus – Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat aus Liebe am Kreuz unsere Schuld und Sünde getragen. Durch den Glauben an ihn und sein vollbrachtes Werk empfangen wir Vergebung und werden mit Gott versöhnt. Er ist der einzige Weg zu Gott, dem Vater.

Der unausforschliche Reichtum Christi – Durch den Glauben an Jesus werden wir auch von Neuem geboren und Gottes Kinder. Gottes reiches Leben macht Wohnung in unserem Geist. Wir erfahren, wie der Herr unsere Seele mehr und mehr einnimmt, errettet und erneuert.

Christus und die Gemeinde – Als Gläubige sind wir keine Einzelkämpfer, sondern als Glieder in die Gemeinde, Gottes Leib, gesetzt. Jesus selbst ist unser Friede und die Grundlage der Einheit der Gemeinde. Voller Freude und Liebe erwarten wir auch sein zweites Kommen, wenn er als unser König und Bräutigam erscheinen wird.

Ausführliche Fassung (Lesezeit 10 Minuten):

Ohne Hoffnung, ohne Gott

Eines unserer Lieder beginnt mit den Zeilen: „Die Welt sehnt sich nach Einheit, Fried, doch kennt nur Zwietracht, Streit und Krieg.“ Diese Worte beschreiben den Zustand der Menschheit sehr treffend. Der Wunsch nach Gutem ist da, aber die Realität ist, dass Kriege, Krisen und das damit verbundene Leid kein Ende finden.

Den Unterschied zwischen Wunsch und Realität sehen wir auch ganz persönlich an uns selbst. Der Apostel Paulus schrieb dazu in Römer 7:18b: „Das Wollen ist bei mir vorhanden, nicht aber das Vollbringen des Guten.“ Jesus Christus zeigt im Markusevangelium, was aus dem Inneren der Menschenherzen hervorkommt: „Böse Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Betrug, Ausschweifung, ein böses Auge, Lästerung, Hochmut, Torheit“ (Markus 7:21b-22).

Vielleicht versuchen wir noch unsere Lage schönzureden. Wir argumentieren, dass wir einige dieser Dinge nicht tun, andere Menschen noch viel schlimmer als wir sind, oder uns ungünstige Umstände zu einem bestimmten Handeln zwingen. Aber wenn wir ehrlich sind, werden wir feststellen, dass wir alle gesündigt haben und Mangel an der Herrlichkeit Gottes haben (siehe Römer 3:23).

Unsere Taten sind hierbei nicht das einzige Problem, sondern zeigen eine tieferliegende Not auf: dass die Beziehung zu unserem Schöpfer-Gott nicht intakt ist. Er hatte uns geschaffen, damit wir mit ihm Gemeinschaft haben. Aber Satan, der Widersacher Gottes, hat die ersten Menschen Adam und Eva zu Ungehorsam gegenüber Gott verführt, woraufhin diese die Gemeinschaft mit ihm verlassen mussten. Alle Nachkommen, auch wir heute, befinden uns so von Geburt an in einem getrennten Zustand von Gott. Ohne Rettung erwartet uns der Zorn Gottes am Tag seines gerechten Gerichts.

Gottes Liebe und Errettung in Jesus Christus

Die frohmachende Nachricht der Bibel ist: Gott möchte nicht, dass wir verloren gehen, sondern dass unsere Beziehung zu ihm wiederhergestellt wird. Im Johannesevangelium steht ein zentraler Vers der Bibel: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16).

Gott wurde Fleisch und kam im Sohn Jesus Christus als Mensch auf die Erde. Die Schuld und Strafe, die wir wegen unserer Sünden verdient hätten, hat er bei seiner Kreuzigung stellvertretend für uns getragen. Schon im Propheten Jesaja wurde über Jesus vorausgesagt: „Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden“ (Jesaja 53:5).

Gott wünscht sich, dass wir dieses Opfer Jesu für uns persönlich in Anspruch nehmen. Bei uns liegt die Entscheidung, ob wir dieses große Geschenk der Errettung, Versöhnung und Vergebung aller unserer Sünden im Glauben annehmen. Nicht unsere eigene Anstrengung und unser Wiedergutmachen durch bestimmte Worte oder Taten können unsere Beziehung mit Gott wiederherstellen, sondern einzig und allein, was Jesus getan hat. Was er vollbracht hat, ist für jeden von uns notwendig und gleichzeitig auch ausreichend, sobald wir es im Glauben annehmen: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch den Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es“ (Epheser 2:8). Kein anderer Weg als allein Jesus führt uns zu Gott, dem Vater (siehe Johannes 14:6).

Unseren Glauben an Jesus Christus können wir vor unseren Mitmenschen sowie allen Mächten und Gewalten verkünden, indem wir seinen Namen bekennen (siehe Römer 10:9-10) und uns auf seinen Namen taufen lassen (siehe Markus 16:16).

Der unausforschliche Reichtum Christi

Gottes Werk an uns beinhaltet nicht nur die Vergebung unserer Sünden. Sobald wir Jesus im Glauben aufgenommen haben, sind wir Gottes von Neuem geborene Kinder (siehe Johannes 1:12-13) und der auferstandene und aufgefahrene Jesus lebt in uns in unserem Geist. Paulus schreibt im Galaterbrief: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber nun lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Galater 2:19b-20).

Ein tägliches Leben mit Jesus ist ein Leben voller Friede, Freude und Hoffnung. Gleichzeitig erfahren wir auch, wie Jesus unser Herz mitsamt allen Gedanken, Gefühlen und Wünschen behandelt. Die Bibel spricht in diesem Zusammenhang auch von der Errettung und Umwandlung unserer Seele, zu der uns jede Situation dienen soll.

In Anlehnung an ein Lied folgt eine kleine Zusammenstellung, wie Jesus für uns erfahrbar sein kann:

Ich fand den Unvergleichlichen
Mein Herz singt voller Freud
Ich jauchze, weil ich Christus hab
Er ist mir alles heut!
Mein Retter, mein Herr, mein Gott, mein Gotteslamm, mein Lebensbaum, mein Lebenswasser, mein Heiler, mein Licht, mein Trost, meine Hoffnung der Herrlichkeit, meines Herzens Freude, meine Ruhe, meine Weisheit, meine Gerechtigkeit, mein Hirte, mein Ewig-Vater, mein wunderbarer Ratgeber, mein Friedefürst, mein Bruder, meine Sabbatruhe, mein treuer Zeuge, mein Lehrer, mein Schutz, mein Meister, mein Freund, mein Hohepriester, mein König, mein Anfänger und Vollender des Glaubens, mein Mittler, mein Bräutigam, mein gutes Land, mein ewiger Stand, meine feste Burg, mein Versteck, mein Fels, mein Schild, meine Erfrischung, mein größter Schatz,
… mein alles!
Was ist er für dich?

Christus und die Gemeinde

Gottes Wort zeigt uns, dass wir Gläubige unseren Glauben an Jesus nicht nur individuell ausleben sollen. Es ist von Gott so vorgesehen, dass wir mit Glaubensgeschwistern beständig Zeit verbringen und so als Gemeinde ganz praktisch und sichtbar gemeinsam aufgebaut werden.

Im ersten Korintherbrief wird dieses Anliegen beschrieben. Wie ein Körper viele verschiedene Glieder besitzt und alle diese Körperteile zu diesem einen Körper gehören, so verhält es sich auch mit den Gläubigen und der Gemeinde des Herrn: „Denn wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, doch ein Leib sind: so auch der Christus. Denn wir sind in einem Geist auch alle in einen Leib hineingetauft worden, wir seien Juden oder Griechen, wir seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden. (…) Nun aber hat Gott die Glieder gesetzt, jedes einzelne von ihnen im Leib (= in der Gemeinde), wie er gewollt hat. (…) Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht. (…) Ihr aber seid der Leib Christi und einzeln gesehen Glieder“ (1. Korinther 12:12-27).

In Gottes Herzen ist es, dass sein Volk in Frieden und Einheit zusammenkommt (siehe Johannes 17). Wie jeder Vater wünscht er sich, dass seine Kinder an einem Tisch sitzen. Wie traurig ist es doch für Eltern, wenn ihre Kinder nicht gemeinsam bei ihnen zuhause sein wollen, sei es aus Gründen der Gleichgültigkeit oder sogar vorgefallenen Streitereien oder Feindschaften. Im Bild des Leibes gesprochen ist es undenkbar, Körperteile voneinander loszulösen. So wird Gott auch richten, wer Spaltung und Sektiererei in seinem Leib hervorruft und so eine Trennung zwischen Gläubigen verursacht (siehe Galater 5:19-21).

Das Neue Testament beschreibt, dass es anfänglich an jedem Ort, wo Christen wohnten, jeweils nur eine Gemeinde gab (siehe Apostelgeschichte 8:1; 1. Korinther 1:2; 1. Thessalonicher 1:1; Offenbarung 1:4,11). Wo von Gemeinden, also Mehrzahl, die Rede ist, sind es jeweils größere Landstriche, wie zum Beispiel Galatien und Asien, denen sie zugeordnet wurden. Dies gab uns Aufschluss darüber, wie wir uns als Gemeinde versammeln und die Einheit halten bzw. wiederherstellen können: Alle Christen sollten an ihrem jeweiligen Wohnort ganz praktisch eins sein und die eine Gemeinde an diesem Ort bilden. Es ist weder schriftgemäß noch eine Ehre für unseren Herrn, wenn jeder von uns in ,,seine“ Versammlung – eine Gruppe seiner Wahl, seiner Vorliebe oder seiner Vision – geht. Vielmehr wünscht er sich, dass wir ihn als eine Gemeinde am jeweiligen Wohnort darstellen, zu der wir in Gottes Augen eigentlich schon alle gehören.

Dieses biblische Gemeindeverständnis schließt alle unsere Geschwister in Christus, gleich welcher Prägung, mit ein und bietet jedem die Möglichkeit, am Aufbau der Gemeinde praktisch teilzuhaben. Sollten wir, die wir in Tübingen wohnen und dem Herrn gehören, uns nicht ganz einfach als die Gemeinde in Tübingen versammeln? Jesus Christus ist fähig, uns – so unterschiedlich wir sein mögen – in Frieden, Einheit und gegenseitiger Bruderliebe zusammenzufügen. „Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat (…), um in sich selbst die zwei zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu machen und die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz (…). Denn durch ihn haben wir beide den Zugang in einem Geist zum Vater. (…) In welchem auch ihr zusammen aufgebaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist“ (Epheser 2:14-22).

Die Grundlage unserer Einheit ist somit nicht ein bestimmter Versammlungsort, ein bestimmter Ablauf (Liturgie) unserer Treffen, ein bestimmtes Glaubensbekenntnis, eine bestimmte Bibelübersetzung, ein bestimmter Prediger oder Pastor, ein bestimmter Dachverband, oder andere Regeln und Traditionen, sondern Jesu einendes Leben und einender Geist, sein Wort, seine Führung und Leitung als Haupt seiner Gemeinde.

So kann die Gemeinde heute den Namen Gottes, des Vaters, vor allen Menschen, Mächten und Gewalten ehren und verherrlichen: „Der Gott aber der Ausdauer und der Ermutigung gebe euch, dass ihr gleich gesinnt seid untereinander nach Christus Jesus, damit ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlicht (Römer 15:5-6).